Oppauer zu Besuch in Breuil le Sec

Nachdem eine Delegation unserer Partnergemeinde Breuil le Sec (Departement Oise in der Picardie, knapp 500 km von Oppau entfernt) im Jubiläumsjahr 2008 bei uns zu Gast war, stand nun der Gegenbesuch an.

Udo Scheuermann nahm als Vertreter der politischen Gemeinde an der Reise teil, Hubert V. Eisenhauer vertrat die ARGE-Mitgliedsvereine, mit dabei war auch Werner Ott. Am 30. April war Abfahrt in Oppau, am 03. Mai waren alle wieder wohlbehalten und etwas gewichtiger wieder zu Hause.

Dazwischen lag der Willkommensempfang des Bürgermeisters Jean-Marc Delafreye und ein schönes, gemeinsames Abendessen am Anreisetag. Am nächsten Tag reiste noch eine Folkloretruppe aus Portugal an, der Chor Take4 gab ein Konzert in einem Altenheim und am Abend sangen und tanzten die Portugiesen vor vielen interessierten Zuschauern in einem Festsaal, der unserem Bürgerhaus ähnelt. Dort wurde für ein kleies, krebskrankes Mädchen um Spenden gebeten, die wohl auch reichlich flossen. Danch ging es zurück nach Breuil: essen und trinken war wieder angesagt!

Samstag, der 02. Mai, fand dann der offizielle Partnerschaftstag in einer parkähnlichen Anlage hinter dem Rathaus statt. Um 10 Uhr erfolgte die Ansprache des Bürgermeisters, des Präfekten des Departementes, unseres Ortsvorstehers und des Arge-Vorsitzenden.  Danch wurde im Park gefeiert, man konnte verschiedene Spiele spielen, die Kinder tobten herum und auf dem Fußballplatz  maßen sich während des Tages die Spieler aus Portugal, BSC Oppau und aus Breuil Le Sec.

Bei den Spielen gewann unser Ortsvorsteher den 1. Preis: eine Tagesfahrt mit dem Bus nach Paris mit Besuch der Markthallen. Er spendete den Gewinn dem krebskranken Mädchen, das sich sehr darüber freute.

Am Abend gab Take4 in der St. Medardus-Kirche in derer Stadt Creul ein Konzert (siehe Webseite des Chores). Danach: zurück nach Breuil und……..man ahnt es schon: essen und trinken! Nach Mitternacht (also als Frühsport) wurde auf dem Fußballrasen ein großer Kreis mit (fast allen) Anwesenden gebildet, es wurde getanzt, gesungen und gelacht: Völkerverständigung ohne Sprachprobleme!

Ja und dann kam der Sonntag, der Tag des Abschiednehmens. Um 10 Uhr war die Abfahrt geplant, um 11 Uhr fand sie dann statt. Warum erst um 11 Uhr?? Man wollte uns nicht gehen lassen, die Umarmungen und Küsse, das Händeschütteln und wieder das Umarmen und Küssen (was schön war!) nahm kein Ende. Doch dann ertönte die Fanfare des Take4-Busses, wir hupten mit und die Räder rollten Richtung Heimat, wo wir gegen 17 Uhr eintrafen.

Fazit:

Es war ein Besuch bei lieben, guten Freunden, die uns bestens bewirteten und betreuten und die es bedauerten, dass wir gehen mussten. So war es und so soll es in einer von Freundschaft geprägten Partnerschaft ja auch sein!

Nachfolgend die Rede des ARGE-Vorsitzenden: Grußwort für Breuil Le Sec am 02.05.2009

Meine Damen und Herrn, manche Reden beginnen mit dem Satz: „Ich bin kein Redner“. Dann folgt oft eine Rede von einer Stunde oder mehr. Das haben sie heute von mir nicht zu befürchten. Sehr geehrter Tomzyk, sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe ‚offizielle‘, liebe Freunde! Mehr als 10 Jahre Freundschaft mit Breuil Le Sec! Was aber ist „Freundschaft?“

Es ist eine positive Beziehung und Empfindung zwischen Menschen, die sich in Symphatie und Vertrauen äußert. Freundschaft ist die „Gemeinschaft des Geistes“. In einer Freundschaft schätzen und mögen sich die Menschen wie sich selbst. Freundschaft beruht auf Zuneigung, Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung. „Freundschaft“, das ist die Beziehung zwischen nicht verwandten Personen.

Das ist der große Vorteil der Freundschaft:

Man kann sich seine Freunde aussuchen…bei der Verwandtschaft geht das leider nicht! Da muss man es nehmen, wie es ist.

Freundschaften werden geschlossen. Man muss sie pflegen, denn sonst erkalten sie. Das hat fast jeder schon erlebt. Vor mehr als 10 Jahren wurde eine Freundschaft geschlossen, die bis jetzt Bestand hat, weil sie gepflegt wird: die Freundschaft zwischen Breuil-Le Sec und Oppau.

Als Vorsitzender der “ Arbeitsgemeinschaft der Oppauer Vereine“, einem Zusammenschluss von 33 Vereinen, freue ich mich sehr, heute hier zu sein. Ich überbringe ihnen allen ganz herzliche Grüße dieser 33 Oppauer Vereinsvorsitzenden und auch ihrer 13 400 Mitglieder.  Es gab schon viele Begegnungen zwischen Menschen aus Oppau und aus Breuil Le Sec und viele werden wohl auch noch folgen. So wird diese herzliche Freundschaft erhalten bleiben und auch weiterhin Bestand haben. Sie wird bleiben, weil man Verständnis für einander hat, weil man Gemeinsamkeiten besitzt und auch, weil wir ja alle Bürger Europas sind.

Leider gibt es sprachliche Grenzen. Doch Musik und Gesang, Tanz und auch Sport, gemeinsames essen, trinken und fröhlich sein sind verbindende Elemente einer solchen Freundschaft. Das erleben wir ja hier in diesen Tagen. Doch was kommt nach der Freundschaft? Sie wissen es alle: die Liebe.

Wer weiß, vielleicht wird es einmal ein deutsch-französisches Ehepaar aus Oppau und Breuil Le Sec geben. Wenn ich nicht schon verheiratet wäre……..

Meine Damen und Herren, im letzten Jahr feierte Oppau sein 1200-jähriges Jubiläum, eine Delegation aus Breuil war ja bei uns zu Gast und konnte etwas mitfeiern.

Ich wünsche der guten Freundschaft zwischen Oppau und Breuil Le Sec, die ein kleiner Teil der großen deutsch-französischen Freundschaft ist, ebenfalls eine Lebensdauer von mindestens 1200 Jahren.

Die 1699 in Paris geborene Marie Therese Geoffrin war eine der geistreichsten Frauen des 18. Jahrhunderts. Von ihr stammt der Satz: Auf den Wegen der Freundschaft soll man kein Gras wachsen lassen. Wir sollten alle, und zwar gemeinsam, ihrem guten Rat folgen.

Ich bedanke mich herzlich für ihre Aufmerksamkeit für meine Worte, die nun doch etwas länger dauerten, als geplant. Aber es war sicher keine Stunde!!

Und nun werde ich mich in Französisch versuchen: Un grand mercie a ma bonne traductrice Catherine Meier.