Ortsvorsteher gefeuert

Sollten sie mit Informationen dazu beitragen können, lassen sie uns diese zukommen. Wir behandeln alle Zuschriften absolut vertraulich.

Mai 2009:

In der Sitzung der ARGE Edigheim wirft der derzeitige ARGE-Vorsitzende Sven Geibel nach einer sehr kontrovers verlaufenen Diskussion Ortsvorsteher Udo Scheuermann aus allen zukünftigen ARGE-Sitzungen hinaus.

Er erklärt ihn damit praktisch zur „Persona non grata“.

Udo Scheuermann hat auf den Sitzungen der Arge Edigheim nichts mehr zu suchen, ausser er wird in besonderen Fällen von uns eingeladen. Die Edigheimer Kerwe wird in Zukunft nicht mehr von politischen Vertretern eröffnet, das machen wir selbst

so der ARGE-Vorsitzende.

Laut Protokoll vom 19. Mai 2009 heisst es danach ganz harmlos: Der Ortsvorsteher ist kein Mitglied der ARGE, daher darf er nur noch auf Einladung der Vorstandschaft an den Sitzungen teilnehmen.

Das Ganze war im Grunde genommen das Nachspiel zu dem Gezerre um die Edigheimer Kerwe-Eröffnung 2008.

Im Übrigen versuchte der ARGE-Vorsitzende nach dieser Sitzung der Redaktion von Oppau.Info einen Maulkorb zu verpassen:

Darüber wird nichts berichtet

so seine Anweisung.

Diese Art Verständnis von Pressefreiheit wird sonst nur in Diktaturen praktiziert.

Der Grund weswegen Oppau.Info die ganze Zeit darüber nicht berichtet hat, war Rücksichtnahme auf den bereits laufenden Kommunal-Wahlkampf, und nicht etwa weil wir den Anweisungen des ARGE-Vorsitzenden folgen,

Der Wahlkampf ist vorbei, die Edigheimer Kerwe steht wieder vor der Tür, Zeit ein Resümee zu ziehen.

Scheuermann, damals in Behandlung im Krankenhaus, wurde ausgehebelt. Mit Argumenten wie „er war nicht zu erreichen – wir bekamen keine Antwort – ein Vertreter wurde nicht bestimmt“ wurden Nebelkerzen gezündet, eine Taktik, die äusserst durchsichtig erscheint.

Statt dessen wurde der damals in Edigheim neu eingeführte prot. Pfarrer Müller für die Kerwerede „gewonnen“, der damit ahnungslos und ungewollt in den lokalen Vereins- und Parteienstreit gezogen wurde.

Vor dem Start des Festumzuges erhielt Oppau.Info noch eine „Vorhersage“ von einem CDU-Teilnehmer: „Achte auf die Begrüßungen, diesmal werden die CDU-Mitglieder ignoriert!“ der Tip-Geber hatte recht.

In der Begrüßungsrede des ARGE-Vorsitzenden wurden Uwe Köppel (SPD) zweimal und Peter Massar (SPD-Ehrenmitglied) einmal begrüßt. Der Ludwigshafener Landtagsabgeordnete Günter Ramsauer (SPD) und der am Festumzug teilnehmende Vertreter des Ortsvorstehers, Roman Bertram, wurden beide ignoriert.

„wir machen unsere Kerwe ohne die Politik“
auch dies eine Art Demokratie-Verständnis.

Nun sollte man nicht päpstlicher sein als der Papst, in vielen Begrüßungen werden immer wieder Gäste vergessen, das passiert schon mehr als einmal. Auf diese Versäumnisse in seiner ersten Kerwe-Begrüßung befragt, antwortete der ARGE-Vorsitzenden nicht etwa mit „… habe ich vergessen …“, sondern ausdrücklich:

Unsere Rückfrage:

wieso werden zwei SPD-Mitglieder aus dem eigenen Ortsverein begrüßt und alle anderen nicht?

Die Antwort: Ich habe keine SPD-Mitglieder begrüßt, Köppel ist Schirmherr, ausserdem zieht er seit vielen Jahren bei der Kerwe-Eröffnung den Quetschekuchen-Wagen durch Edigheim, daher die zweifache Begrüßung. Peter Massar wurde begrüßt weil er unser Sponsor ist. Die Stadträte und der Landtagsabgeordnete Günter Ramsauer wurden nicht begrüßt weil ich keine Politiker begrüßt habe,

Zur Erinnerung

Auszug aus unserem damaligen Artikel:

Warum von den 2 Stellvertretern des erkrankten Ortsvorstehers keiner die Kerwe-Rede in Edigheim hielt, war nicht zu klären. Stellvertreterin Gabi Albrecht war nicht zu sehen, Stellvertreter Roman Betram war zugegen, nahm am Festzug teil, war jedoch nicht zu hören.   Was ist mit den Stellvertetern des Ortsvorstehers los? wurde uns auf dem Fest mehrfach die Frage gestellt. Wir haben keine Antwort.
Am Kerwesonntag 2008 erreichten uns dann per Mail die nachfolgenden Stellungnahmen

vom ARGE-Vorsitzenden

Frau Albrecht hatte sich bereit erklärt eine Rede zu halten. Jedoch  kam die Info dass Udo Scheuermann ins Krankenhaus geht, zu spät bei uns  an und wir hatten den neuen Edigheimer Pfarrer schon eingeladen. Udo  Scheuermann war hier informiert worden. Es ist letztendlich so dass die  Arbeitsgemeinschaft Edigheim als Veranstalter den Schirmherren bestellt  und da Udo krank ist, haben wir Herrn Pfarrer Müller genommen.  Letztendlich muss es ja nicht immer ein Politischer Vertreter sein der  die Kerwe eröffnet und ich finde dass Herr Pfarrer Müller seine Sache  sehr gut gemacht hat. Die Bürger haben mir dies auch gesagt.
Sven Geibel

von Gabriele Albrecht, stellvertretende Ortsvorsteherin

Gerne hätte ich als Stellvertretende Ortsvorsteherin in Vertretung von Udo Scheuermann gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Arge Edigheim die  Kerwe in traditioneller Art und Weise eröffnet. Dies wurde auch vom  Ortsvorsteher dem Vorsitzenden Sven Geibel so mitgeteilt. Ich erhielt  dann von Herrn Geibel eine Nachricht in dem er mir mitgeteilt hat, daß  in diesem Jahr ein politisches Grußwort nicht erwünscht sei, was auf  einem Vorstandsbeschluß beruhe. Udo hat dann nochmals einen  Vermittlungsversuch unternommen der 2 Tage nicht beantwortet wurde.  Daraufhin habe ich mitgeteilt, daß ich daraus schließe, daß ich als  Person nicht erwünscht bin und deshalb der Kerwe fern bleiben werde.  Ich bedauere diesen Vorfall sehr, weil es ansonsten für mich  selbstverständlich ist, daß ich meinen Aufgaben auch als  Stellvertreterin des Ortsvorstehers nach komme.  Mein Fernbleiben von der Kerwe liegt auch darin begründet, daß wohl  niemand verstanden hätte, daß ich zwar anwesend bin, aber dann nichts  zu sagen habe. Einen Eklat mit der Arge Edigheim wollte ich jedoch  zugunsten der Edigheimer Kerwe und deren Besucher vermeiden.  Ich hoffe auf Verständnis insbesondere bei den Kerwebesuchern.
Mit freundlichen Grüßen  Gabriele Albrecht

von Roman Bertram, stellvertretender Ortsvorsteher

da nach Absprache zwischen Udo Scheuermann und mir, Gabi Albrecht zur Zeit die Stellvertreter-Funktion des Ortsvorstehers bekleidet, war es auch Ihr vorbehalten die Edigheimer Kerwe zu eröffnen. Aus welchen Gründen dies nicht so war kann ich nicht sagen, meiner Meinung nach war die Enscheidung der ARGE Edigheim sehr unglücklich, da sie sehr viele Spekulationen über die Hintergründe zulässt.
Gruß Roman Bertram
Soweit die damaligen Original-Stellungnahmen.

Zum Thema „Wir wünschen keine Politik“

Beim Vergleich der Satzungen von ARGE-Oppau und ARGE-Edigheim fällt auf, dass die Edigheimer ARGE die Vertreter von allen Parteien und Kirchen satzunggemäß für 15 € Jahresbeitrag aufnimmt. SPD und CDU sind bisher die einzigen vertretenen Parteien, die ARGE hat somit noch Aufnahmebedarf für Vertreter der GRÜNEN, REPS, FDP und FWG.

Wie geht es weiter?

Warten wir die diesjährige Edigheimer Kerwe ab, wie es in diesem Streit weitergeht. Auf jeden Fall hat der ARGE-Vorsitzende für ein völlig zerüttetes Verhältnis zwischen sich und der von ihm unerwünschten „Politik“ gesorgt.

Eine weitaus wichtigere Frage stellt sich für die Vereinsvertreter der ARGE Edigheim: sind sie mit dem Vorgehen ihres Vorsitzenden gegen den eigenen Ortsvorsteher einverstanden?

Wenn der ARGE-Vorsitzende persönlich sein Verhältnis zum Ortsvorsteher so zerrüttet, dann sollten die Vertreter der Mitgliedsvereine darüber nachdenken, ob sie mit ihrem eigenen Verein solch ein Verhalten unterstützen. Ein so weitreichendes Zerwürfnis kann nicht unter den Teppich gekehrt werden, für jeden Vereinsvorstand kommt irgendwann die Stunde seiner Wiederwahl, wo ihn seine Mitglieder fragen werden „Wie stehst du zum Ortsvorsteher?“.

Stellt sich uns die Frage: was will der ARGE-Vorsitzende mit diesem Verhalten erreichen? Ist es schlicht weg Gedankenlosigkeit, oder muss er für sein Ego den starken Mann spielen, oder geht es nur darum eine Kerwe-Begrüßung selbst durchführen zu können, oder …?

Gleich welches Motiv ihn antreibt, solch ein Verhalten mündet nach dem Prinzip der ‚verbrannten Erde‘ in nachhaltig zerstörte soziale Beziehungen.

Ach ja und noch etwas in eigener Sache

dass uns ein Informant von einer ARGE-Sitzung diesen Spruch des Vorsitzenden berichtet:

Oppau.Info bekommt von mir kein Interwiew mehr, die stellen doch alles falsch dar

überleben wir locker.