TBO ohne Führung

Heute erreichte uns die Nachricht, dass die geschäftsführende Vorstandschaft des Turnerbund Oppau zurückgetreten ist. Dies betrifft nicht nur das Turngeschehen, sondern die Faustballabteilung ebenso.

In einer telefonischen Stellungnahme wird dies vom 1. Vorstand Bernd Fries bestätigt. Erster und Zweiter Vorstand, Kassier und Schriftführer haben vor dem Amtsgericht Ludwigshafen letzten Donnerstag ihre Austragung aus dem Vereinsregister beantragt.
Gründe für den Rücktritt sind gerüchteweise Reibereien zwischen Vorstandschaft, Aktiven und Turnrat. Von den Übungsleitern der Faustballabteilung soll verlangt worden sein, nach jedem Training die Räume und Kabinen genau zu überprüfen, für Beschädigungen sollten sie mit ihrem Privatvermögen haften. In einer Sitzung der Faustballer soll dies abgelehnt worden sein. Nachdem sich auch der Turnrat damit beschäftigt hatte, eskalierte die Situation. Eine „unberechtigte“ Kündigung der derzeitigen Wirtin Jeanette Hohm soll ebenfalls eine Rolle gespielt haben. In „Unterschriftslisten“ habe sich eine grosse Zahl von Aktiven verschiedener Sparten für das Bleiben der Wirtin stark gemacht.

Stellungnahme des 1. Vorstandes:

„Die Differenzen zwischen Turnrat und Vorstandschaft bestehen schon seit längerem. In mindestens 6 Sitzungen wurde das Thema Arbeitsverträge seitdem behandelt. Die Arbeitsverträge mit den 22 Übungsleitern regeln die Vergütung und die arbeitsrechtlichen Bedingungen. Zwei der Übungsleiter, die ohne Lizenz arbeiten, lehnen die Verträge ab, eine Lizenz wollen sie auch nicht machen.

Die Kündigung der Gaststätte wurde am 30.4.2010 um 23:45 Uhr schriftlich und rechtskräftig mit anwaltlicher Hilfe, ausgesprochen. In dem Schreiben werden die vertraglich geregelten Pflichten angeführt, welche bisher trotz mehrfacher mündlicher Anmahnung nicht erfolgten. Eine Frist bis zum 31.7.2010, bis zu der die Mängel beseitigt sein sollen, wurde vorgegeben. Sind die Mängel bis dahin beseitigt, ist die Kündigung wirkungslos. Die meisten der in den Unterschriftslisten eingetragenen Mitglieder wissen offenbar nicht, dass es um die Einhaltung von vertraglich geregelten Pflichten geht. – Da hat nur ‚Kündigung der Wirtin‘ darüber gestanden, wir haben halt unterschrieben, sagen sie.

Einer der Jugendleiter feiert seit Jahren schon, trotz Ermahnung der Vorstandschaft, mit seinen Jugendlichen Weihnachten nicht im Vereinslokal.

Bei all diesen Vorgängen sind der Vorstandschaft die Hände gebunden, alles wird vom Turnrat geduldet, wenn nicht sogar gefördert.

Nur drei Punkte aus vielen.
Den zurückgetretenen Vorstandsmitgliedern ist ihre Entscheidung nicht leicht gefallen“

so Bernd Fries, bisheriger 1. Vorstand des TBO

Fazit:

Nach 121 Jahren macht ein alteingesessener Oppauer Verein Schlagzeilen mit Querelen in seiner Führungsetage, statt mit sportlichen Erfolgen zu glänzen.

Dem Traditionsverein von Richard Reuther, Philipp Fürst und Günther Jacoby steht eine aussergewöhnliche Mitgliederversammlung bevor, die über sein weiteres Schicksal entscheidet, wenn nicht In ganz kurzer Zeit eine neue Führungsmannschaft gefunden wird, die den Verein funktionfähig auf die Beine stellt.