Neuer Edigheimer Marktplatz offiziell übergeben

Der als Markt-, Kerwe-, Park- und Kirchenvorplatz genutzte Ortsmittelpunkt Edigheims präsentiert sich in einem neuen angemessenen und zeitgemäßen Gewand. Er wurde ab September 2008 für 1,37 Millionen Euro umgestaltet.

Vor einer kleinen Zahl Bürger übergab OB Dr. Eva Lohse am 11.6.2010 den fertiggestellten Marktplatz in Edigheim. Sie begrüßte Ehrenringträger, Vertreter des Stadt- und Ortsbeirates ebenso wie die Planer und Gestalter.

Ziel war es, den Marktplatz offen, einladend sowie modern zu gestalten und damit seine Funktion zu stärken und für die Zukunft zu bewahren. Die Planung war maßgeblich von der Idee bestimmt, dass alle bisherigen Funktionen erhalten und gestärkt werden sollten und ich denke, dass ist uns auch gelungen“

sagte Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse bei der offiziellen Übergabe des Platzes am Freitag, 11. Juni 2010.

Durch die Neuordnung und die Verbesserungen der Querungsmöglichkeiten wird der Ortsmittelpunkt nun stärker als Einheit wahrgenommen. Eine ganz neue Aufenthaltsqualität erfährt er im Bereich der Giselherstraße. Hier entstand ein vom Kraftfahrzeug-Verkehr befreiter Bereich. Generell laden auch neue Bodenbeläge und eine neue Platzmöblierung zum Aufenthalt ein. Zum Grün gehören zehn Ahornbäume sowie Schotterbeete mit Blauregen und Clematis. Die Gehwege der Bürgermeister-Fries-Straße wurden verbreitert und die Fahrbahn etwas verlagert. Eine einseitige Fahrbahnverengung mit Querungsfunktion markiert die „Einfahrt“ zum Platz vor der Lessingschule. Der Querschnitt der Straße lässt es zu, dass zwei Personenkraftwagen aneinander vorbei fahren können. In den übrigen Bereichen ist die Fahrbahn so ausgelegt, dass sich Pkw und Lkw, in Teilbereichen auch zwei Lkw, begegnen können. Auch die Verkehrssituation im Bereich des Getränkemarktes hat sich entspannt. Parkende Autos verengten einst die Fahrbahn dort zeitweise auf 4,25 Meter. Sich hier begegnende Fahrzeuge wichen deshalb oftmals auf die übertiefen Senkrechtparkbuchten am Fahr-bahnrand aus. Der heutige Querschnitt beträgt 5,50 Meter. Dies reicht aus, dass auch Autos an Lkws vorbei fahren können. Außerdem wurden Längsparkplätze beziehungsweise Anlieferungsflächen für den Getränkemarkt separat geschaffen.

Mehr Platz und Sicherheit für Fußgänger.

Nach der Umgestaltung steht den Fußgängerinnen und Fußgängern in fast allen Bereichen des Platzes mehr Raum zur Verfügung. Speziell im Bereich vor der Kirche, vor der Grundschule und vor dem Getränkemarkt wurde der Gehweg breiter gestaltet. Ein ganz besonderes Angebot für Fußgängerinnen und Fußgänger gibt es im Bereich zwischen Turnhalle und Einkaufsmarkt, da diese Zone durch eine Abpollerung vom Kfz-Verkehr ganz ausgenommen wurde.

Verkehrsbeobachtungen im Rahmen der Planungsphase ergaben, dass viele Schülerinnen und Schüler zur Überquerung der Bürgermeister-Fries-Straße nicht die dortige Ampelanlage benutzen. Daher gibt es jetzt im Bereich der Fahrbahneinengung an der Kirche und Grundschule ein zusätzliches Querungsangebot. Der Gehsteig wurde abgesenkt, um einen weitestgehend barrierefreien Übergang zu gewähren. Mit einer großen Mittelinsel wurde im Parkplatzbereich sichergestellt, dass die Querung des Platzes von Ost nach West nicht durch parkende Autos verstellt werden kann.

Planungsschwerpunkt Parkplätze

„Ein wesentlicher Faktor für das Angebot einer Nahversorgung an einem Marktplatz ist die Möglichkeit, in der Nähe von Geschäften parken zu können. Aus diesem Grunde bildete die Parkplatzsituation einen Schwerpunkt bei den Überlegungen zur Umgestaltung des Ortskerns Edigheim. Resultat ist, dass die Anzahl der Parkplätze in diesem Bereich stabil blieb, aber neu geordnet wurde“, so Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse. Zählungen und Beobachtungen des Parkverhaltens im Rahmen der Planungen hätten gezeigt, dass erhebliche Anteile des Parkraumpotenzials aufgrund von Langzeitparkern nicht genutzt werden konnten. Der hohe Anteil an Langzeitparkern verhinderte gerade zu den Hauptlastzeiten, dass Parkplätze in ausreichendem Maße für Kurzzeitparker zur Verfügung stehen. Gleichzeitig war zu erkennen, dass in fußläufiger Entfernung zum Ortskern Edigheim Reserven für Dauerparker zur Verfügung standen. Auf dem Marktplatz ist es daher hilfreich, die maximale Parkzeit zu begrenzen.

Planungen im Dialog mit der Bevölkerung

Die Planungen zur Ortskernumgestaltung Edigheim erfolgten eng im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. Es gab einen Bürgerinformationsabend, eine schriftliche Bürgerbefragung, einen Workshop mit Schülerinnen und Schülern der Lessing-Schule und Seniorinnen und Senioren der Altenstube der Maria-Königin-Gemeinde, Projektgruppengespräche mit Schaustellern, Marktbeschickern, Fachabteilungen, Leistungsträgern, Eigentümern und Einzelhändlern sowie Sitzungen des Arbeitskreises Ortsmitte Edigheim mit Vertretern der politischen Fraktionen, Verwaltung, Polizei, Kirche, Schule, der Vereine und einen Bürger-informationsabend und eine ganztägige Präsentation begleitend zur Quetschekerwe. „Durch die umfassende Beteiligung konnte eine große Vielfalt von Aspekten gleichberechtigt in die Planung mit eingebracht werden. Die umfassende Beteiligung leistete einen Beitrag zu einem größeren gegenseitigen Verständnis und einem fairen Interessensausgleich zwischen den verschiedenen Nutzergruppen“, erklärte das Stadtoberhaupt.

An der kleinen Feier beteiligte sich die Kindergartengruppe der katholischen Kirche Edigheim mit Tanzvorführungen.

Ortsvorsteher Udo Scheuermann bedankte sich ebenfalls bei den aktiv an der Neugestaltung beteigten Personen.

Für die Edigheimer Bürger geht jetzt ihr Wunsch nach einem neuen Ortsmittelpunkt in Erfüllung. Gleichzeitig ist nun auch die Phase der verkehrstechnischen Einschränkungen so gut wie beendet.

Besonders bedankte er sich „bei dem kleinen Edigheimer Heimat- und Denkmalpflegeverein, durch dessen Mitwirkung unter Anderem die alten Grenzsteine auf dem Marktplatz einen guten Aufstellungsort fanden, sowie eine Bank vor dem Nettomarkt platziert wurde.“