Zwischen Mundart und Vereinsleben – Oppau hat ausser berühmten Musikern, Schauspielern und Politikern Menschen die bevorzugt die Dinge in die Hand nehmen, auch Menschen die das Vereinsleben dieses Ortsbezirkes in entscheidendem Maße mitprägen, hervorgebracht.

Einer dieser herausragenden Menschen ist Hubert V. Eisenhauer. Er ist omnipräsent wenn es um Moderationen, Kerwe und alle Arten von öffentlichen Feiern geht. Der ambitionierte Sammler pfälzischer Mundart und enger Freund bekannter Mundartdichter, sorgt mit seinen dialektischen Darbietungen immer wieder für die nötige Atmosphäre.

Wer ihn kennt weiss, dass er redet wie ihm sein heimatlicher Schnabel gewachsen ist. Er ist keiner der in gestochenem Hochdeutsch die Menschen beeindrucken will. Für ihn ist das Bewahren der mundartlichen Tradionen eine spürbare Herzensangelegenheit.

Doch wer ist dieser Hubert Eisenhauer, der in Zeiten, in denen keiner mehr wichtige Funktionen im Vereinsleben übernehmen möchte, sich für das Vereinsleben so einsetzt?

Begonnen hatte seine Vereinskarriere beim AMC Ludwigshafen. Er war dort verantwortlich für die Sonderprüfungen der legendären „Rallye Vorderpfalz“. Im Verein für Vogelschutz dem er seit über 3 Jahrzehnten angehört arbeitet er als Schriftführer, bei der DJK-Sportgemeinschaft war er zwei Jahre lang für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. In dieser Zeit wurde unter seiner Leitung die DJK-Vereinszeitung wieder belebt. Stellvertretender DJK – Vorsitzender war er von 1999 bis 2003. In der „Arbeitsgemeinschaft der Oppauer Vereine“ wurde er 2002 stellvertretender Vorsitzender und seit 2004 hat er den Vorsitz inne, eine Position, die ihn bis heute voll ausfüllt.

So war er es, der zeitig vor der-1200 Jahrfeier von Oppau den entsprechenden Förderverein ins Leben rief. Im Januar 2005 wurde er Vorsitzender des „Fördervereins 1200 Jahre Oppau“. Im Jubiläumsjahr „1200 Jahre Oppau“ wurden 2008 unter seiner Leitung 24 Veranstaltungen durchgeführt, von denen viele Oppauer heute noch schwärmen. Die Stadt Ludwigshafen dankte ihm für dieses Engagement auf eine besondere Art und Weise: er durfte sich während des Festaktes in das ‚Goldene Buch‘ eintragen.

Sein mittlerweile abgeschlossenes, erfülltes Berufsleben begann er 1954 als Chemielaborant in der BASF. Da ihn die Physik, wie er uns sagte, stark interessierte wurde er erst Physiklaborant und besuchte dann die Fachschule für Elektrotechnik in Mannheim. Als stellvertretender Laborleiter und Elekroingenieur spezialisierte er sich auf die „Spurenanalytik für Gase“. Das sei für ihn immer spannend und eine Herausforderung gewesen bestätigte er im Gespräch.

Wohl auch aufgrund seiner beruflichen Laufbahn besitzt er die Affinität zur Technik und hat nach eigenem Bekunden keinerlei Berührungprobleme mit dem Internet. So reiht er sich nicht in die Reihe der Technikverweigerer ein, die in seiner Altersgruppe des öfteren anzutreffen sind.

Auf seine Wurzeln angesprochen stellt er klar, dass er niemals Oppau verlassen würde. Hier fühlt er sich wohl und hier will er sich noch viele Jahre engagieren.

Es war nur eine Frage der Zeit bis er sich, angestossen durch die andauernde Diskussion über die Sanierung oder den Abriss des Bürgerhauses sich des Themas annahm und bei der Gründung eines Fördervereines mit dabei war. Der FöVe Bürgerhaus sammelt Gelder für die Sanierung und Renovierung.

Wir sollten das Bürgerhaus erhalten,

so sein Credo. Damit befindet er sich in bester Gesellschaft mit vielen anderen, die einen Neubau und die damit verbundenen Kosten, die eventuell auf die Vereine zugekommen wären, mit eher gemischten Gefühlen sahen.

Was die Erhaltung des Bürgerhauses angeht, so will er später einmal sagen können: „… dass wir es zumindest versucht haben“.

Er würde Vieles anpacken. So missfällt ihm, dass Oppau keinen richtigen Ortskern hat oder dass die Stromabschaltung für den Faschingsumzug von der Bahn AG Jahr für Jahr teurer angesetzt wird. Von vormals 200€ auf mittlerweile 2100€, da die Bahn ein externes Ingenieurbüro mit der Abschaltung beauftragt. Das ist ihm, der sich wochenlang mit der Planung und Organisation des Faschingszuges auseinandersetzt, ein Graus.

Solche Menschen braucht der Ortsbezirk.

Andere lehnen sich in diesem Alter zurück, das ist nicht seine Art, denn er findet:

Alt wirst du dann, wenn dich nichts mehr interessiert, und mich interessiert noch vieles

so sein Motto und stellt fest:

Wann äner jetzt 70 werre duht,
unn wetzt als mol sei Pälzer Schnut,
unn hott noch Frääd an Weib unn Woi,
der hofft: so soll’s noch recht lang sei!

Seinen Geburtstag begeht er am 27. November. Gefeiert wird ab 10:30 Uhr in der Halle des VfSK-Oppau in der Friedrichstr.

Die Redaktion von Oppau.Info gratuliert ganz herzlich, wünscht ihm alles Gute, sowie weiterhin viele Jahre Gesundheit und Schaffenskaft für die noch vor ihm liegenden Aufgaben.