Saug-Bagger brachten auf Oppauer Gemarkung Zeugnisse aus der Jungsteinzeit an das Tageslicht. Über einen Zeitraum von 15 Jahren war Heinrich Frey fast täglich am Kratz’schen Weiher unterwegs und durchsuchte innerhalb eines eng begrenzten Bereiches den Abraum dieser Baggertätigkeit.

Er barg so eine größere Zahl Fundstücke und zeigt damit dass auf Oppauer Gemarkung schon vor 6-7000 Jahren eine Ansiedlung existierte.

Foto’s: K.Müller

Tierknochen

Tierknochen
Tierknochen

Die Bergung dieser Stücke ist ein Glücksfall, denn innerhalb des alten Rheinhochufers gibt es aus dieser Zeit keine Oberflächenfunde die auf eine Ansiedlung hinweisen, sondern nur räumlich getrennte Einzelfunde. Um diese Zeit gaben unsere Vorfahren ihr Jäger- und Sammlerleben auf und wurden sesshaft. Sie bauten Häuser aus Holz und Lehm und betrieben Ackerbau. Frühe Getreidesorten wie Emmer und Dinkel wurden angebaut und der Fischfang intensiviert. Tiere wie Schafe, Rinder und Pferde wurden domestiziert.

Funde von: Rinderschädel,  Hirschkiefer, Hirschkiefer und Geweih, Wildschweinkiefer, Pferdehufe und Zahn

Gefäßreste

Gefäßreste
Gefäßreste

Töpferöfen für Geschirr wurden gebaut. Der dazu benötigte Lehm wurde an Ort und Stelle gegraben, geformt, verziert und gebrannt. Die Verzierungen der auf Oppauer Gemarkung geborgenen Gefäßreste ermöglichen eine gute zeitliche Einordnung dieser Funde.

Funde von: Menschlichen Schädeln und Gefäßresten mit Verzierungen

Werkzeuge

Werkzeuge
Werkzeuge

Durch die Nähe des Flusses mit seinem Fischreichtum und fruchtbaren Schwemmböden war die Lebensgrundlage der hier lebenden Menschen gesichert. Der Rhein war nicht nur Freund, er war auch Feind. Ein gewaltiges Hochwasser überdeckte mit seinen Sand- und Kiesmassen die kleine Ansiedlung. Die Bewohner mussten ihre wertvollen Gerätschaften und die mit großer Mühe hergestellten Stein-, Holz- und Knochenwerkzeuge zurücklassen.

 

Funde von: Knochenwerkzeug, Steinwerkzeug, Knochenschaber

Bootsreste

Bootsreste
Bootsreste

Obwohl die Menschen sesshaft wurden, blieben sie weiterhin mobil, das zeigen die Reste eines frühen Bootes. Diese wurden für den Fischfang mit Netzen benutzt, ebenso auch für den Handel der zu dieser Zeit schon blühte.

Funde von: Bootsresten

Eichenholz

 

6000 Jahre altes Eichenholz
6000 Jahre altes Eichenholz

Funde im Wasser von 6000 Jahre altem Eichenholz.

 

 

 

 

Fundstelle

Der Fundort Kratzscher Weiher
Der Fundort Kratzscher Weiher

Bei Baggerarbeiten im Kratz’schen Weiher kamen viele dieser zurückgelassenen Dinge ans Tageslicht und wurden von Heinrich Frey seit vielen Jahren gesammelt. Die Baggerarbeiten in diesem Weiher wurden 2006 endgültig eingestellt. Kabeldiebe hatten die gesamten Elektroleitungen abgeschnitten und gestohlen.

Heinrich Frey im Sägewerk
Heinrich Frey im Sägewerk

Durch Besuche von Museen, Lektüre und einigen Vorlesungen an der Universität Mainz eignete sich Heinrich Frey Wissen über das Neolithikum (Jungsteinzeit) an.

Dass sich die Menschen in Oppau schon immer wohlgefühlt haben zeigen die Spuren dieser frühen Ansiedlung.

Heinrich Frey

Im Sägewerk

Im Sägewerk, Eichenholz unter erschwerten Bedingungen in kleinere Stücke, zerlegen
Im Sägewerk, Eichenholz unter erschwerten Bedingungen in kleinere Stücke, zerlegen

Teile des leicht mineralisierten und während der Jahrtausende langen Lagerung im Wasser liegenden fast schwarzen Eichenholzes wurden von Heinrich Frey bearbeitet. Mit den üblichen Handwerkermaschinen aus dem Baumarkt war den großen Teilen dieser Fundstücke nicht beizukommen. Auf der Suche nach einem Sägewerk wurden wir in Bad Dürkheim fündig.

Verarbeitung im Sägewerk Karl Becker Bad Dürkheim. Sägewerksmeister Karl Wilhelm Roth geht begeistert zu Sache und lässt den Benzinmotor der Kettensäge kräftig qualmen. Die Bandsäge hat Mühe den Stamm in Scheiben zu schneiden. Ein paar Querscheiben werden noch abgetrennt und die Hobbywerker können zu Hause weiterarbeiten.

Heimarbeit

In Heimarbeit schleifen
In Heimarbeit schleifen

Auf das so „zerkleinerte“  Eichenholz werden zu Hause die Heimwerkermaschinen losgelassen.

Um die Spuren der großen Bandsäge  zu entfernen wird ein Bandschleifer mit verschieden groben Bändern eingesetzt.

Das übliche Trockenschleifen läßt Holz und Schleifmaschine überhitzen, da hilft nur Wasser und Naßschleifen!

Feinarbeit

Feinarbeit und Ideen
Feinarbeit und Ideen

Ohne Ideen und Kreativität bleibt alles nur zurechtgesägtes totes Holz!

Oppau.Info zeigt hier von Heinrich Frey ein Beispiel: Apfel und Birne als Briefbeschwerer aus 6000 Jahre altem Eichenholz verarbeitet.

 

 

 

Weitere Beispiele seiner Ideen:

  • Untersetzer und Würfel
  • Briefbeschwerer und Brieföffner
  • Brieföffner mit Halterung
  • Arrangement mit Silber-Zinn-Ei
  • Halsschmuck auf Unterlage
  • Armreif mit Silber-Zinn-Ei