Süss Georg

Geboren: Freitag, 8 Mai, 1903
Gestorben: Dienstag, 2 November, 1999

In Oppau geboren und gestorben. Von 1917 bis 1920 ging er in eine Kesselschmied-Lehre und wurde im damaligen Gaswerk der Stadt Oppau von 1924 bis 1933 beschäftigt.

Als überzeugter Gegner der Nationalsozialisten wurde er 1933 nach der Machtergreifung Hitlers für kurze Zeit inhaftiert und aus dem öffentlichen Dienst entlassen. Erst 1938 wurde er wieder bei den Stadtwerken (heutige TWL) eingestellt, wo er bis zu seinem Ruhestand 1968 arbeitete.

Danach hat er sich vor allem dem Oppauer Museum gewidmet. Als dieses 1924 in einem provisorischen Raum von Karl Otto Braun eröffnet wurde, arbeitete er mit ihm zusammen. Seit dieser Zeit hat Georg Süß das Museum über einen Zeitraum von fast 75 Jahren hinweg betreut. Georg Süß hat nach Kriegsende 1945 aktiv den demokratischen Neubeginn mitgestaltet. 1946 wurde er von der französischen Militärbehörde Hessen-Pfalz zum Bürgerrat Ludwigshafen-Rhein ernannt. Bei den ersten demokratischen Gemeindewahlen 1948 wurde er in den Ludwigshafener Stadtrat gewählt.

1953 übernahm er das heimatgeschichtliche Erbe von Karl Otto Braun, 1965 fand das neue, jetzt nach K.-O.-Braun benannte Heimatmuseum unter der Leitung von Georg Süß seinen heutigen Standort im Oppauer Rathaus. Neben seinen vielfältigen Tätigkeiten im Museum war Georg Süß auch Initiator des „Vereins zur Förderung des K.-O.-Braun-Museums“ und von 1977 bis 1992 dessen Vorsitzender, danach blieb er noch als Ehrenvorsitzender tätig. Engagiert hat er dabei die Interessen des Oppauer Heimatmuseums vertreten und es verstanden das Profil und die lokale Verwurzelung des Museums zu bewahren.

Am 12.12.1975 wurde ihm von Bundespräsident Walter Scheel die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Als besondere Anerkennung wurde ihm die Hans-Böckler-Auszeichnung der ÖTV-Rheinland-Pfalz für 60 Jahre Mitgliedschaft verliehen. 1988 wurde er zu seinem 85. Geburtstag  mit dem Wappenteller der Stadt Ludwigshafen ausgezeichnet.

Über seine Tätigkeiten hinaus bleibt er aber in Oppau und Ludwigshafen als Persönlichkeit in dauernder Erinnerung. Wie kein Anderer hat er die Geschichte und Tradition weitergegeben, er war das lebende Gedächtnis seines Heimatortes.