Polizei Rheinland-Pfalz (Symbolbild)
Polizei Rheinland-Pfalz (Symbolbild)

Mainz (ots) – Mit Menschenkenntnis, viel Fantasie und einer guten Gesprächstaktik gelingt es Betrügern leider immer noch viel zu oft, hohe Geldsummen und Wertgegenstände zu erbeuten.

Dabei sind die Täter sehr einfallsreich: Sie täuschen Notlagen vor und nutzen die Hilfsbereitschaft ihrer Opfer aus. Aktuelle Beispiele verdeutlichen, wie die Täter vorgehen und wie Sie sich schützen können:

„Rate Mal, wer hier am Telefon ist.“ So oder ähnlich melden sich „Enkeltrickbetrüger“. Sie geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und täuschen eine finanzielle Notlage vor.

So auch jüngst geschehen in Koblenz. In einem Anruf mit unterdrückter Rufnummer wurde der Geschädigte in den Glauben versetzt, dass eine Bekannte mit ihm spreche, zu der er seit einiger Zeit keinen Kontakt mehr hatte. Die „Bekannte“ erklärte, dass sie bei einem Notar in der Nachbarstadt sei, um eine Wohnung zu kaufen. Die Anzahlung habe sie jedoch auf das falsche Konto überwiesen, der Verkäufer käme gleich und wenn sie nicht schnell die Summe von über 30.000 Euro vorlegen könne, würde das Geschäft platzen. Sie würde die Summe incl. 500 Euro Verzinsung sofort auf sein Konto überweisen und ließ sich die Kontodaten des Geschädigten mitteilen. Der Geschädigte hob das Geld trotz Hinweis der Bankangestellten auf einen möglichen Enkeltrick ab.

Kurz nach seinem Eintreffen zu Hause, erhielt er einen erneuten Anruf seiner „Bekannten“. Er wollte das Geld zum Notar in die Nachbarstadt bringen, seine Bekannte erklärte jedoch, eine Notariatsangestellte sei bereits auf dem Weg zu ihm. Fünf Minuten später klingelte die angebliche „Notariatsangestellte“ und nahm den Umschlag mit 25.000 Euro mit, mehr hatte er auf die Schnelle nicht auftreiben können.

Das Landeskriminalamt rät:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt.
  • Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert.
  • Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter/Bekannter ist: Rufen Sie die jeweilige Person unter der bisher bekannten und benutzten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.
  • Informieren Sie sofort die Polizei über die Notrufnummer 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt.
  • Wenn Sie Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.

Ebenfalls in Koblenz fiel ein hilfsbereiter Passant auf den „Geldwechseltrick“ herein. Von einem Unbekannten wurde er darum gebeten, eine 2-Euro-Münze in zwei 1-Euro-Münzen zu wechseln. Der hilfsbereite Senior kam der Bitte nach, wurde aber kurze Zeit später erneut von dem Unbekannten angesprochen und um einen weiteren Geldwechsel gebeten. Hierbei gelang es dem Trickdieb, den Mann derart abzulenken, dass er diesem unbemerkt einen 50-Euro-Schein aus seiner Geldbörse stehlen konnte.

Das Landeskriminalamt rät:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn Sie, insbesondere unmittelbar nach dem Geldabheben, um einen Geldwechsel gebeten werden.
  • Versuchen Sie immer einen ausreichenden „Sicherheitsabstand“ zur anderen Person einzuhalten und achten Sie genau auf deren Verhalten.
  • Gewähren Sie auf keinen Fall Einblicke oder Zugriff auf Ihre Geldbörse.
  • Wenn Ihnen das Verhalten der Person, die Sie um Ihre Hilfsbereitschaft bat, sonderbar vorkommt, brechen Sie den Geldwechsel ab und verweisen diese auf andere Möglichkeiten des Geldwechselns.

In Mainz wiederum trieben Betrüger mit dem „Goldketten-Trick“ ihr Unwesen. Eine Dame war gerade auf dem Rückweg vom Einkaufszentrum, als ein schwarzer Pkw mit GG-Kennzeichen neben ihr hielt und eine Frau aus dem Fahrzeuginneren nach dem Weg zur Universitätsklinik
fragte. Als die Mainzerin den Weg beschrieben hatte, stieg die Frau aus dem Wagen aus, um ihr – scheinbar aus Dankbarkeit – eine goldfarbene Kette zu schenken. Diese legte sie der Mainzerin selbst um den Hals und entfernte zeitgleich die echte Kette der 61-Jährigen – eine Goldkette mit goldenem Anhänger. Anschließend stieg die Fremde wieder zu einem Mann in das Fahrzeug und fuhr weg.

Das Landeskriminalamt rät:

  • Seien Sie skeptisch, wenn fremde Menschen Ihnen auf der Straße ein Geschenk machen wollen.
  • Lassen Sie sich nicht bedrängen und gehen Sie auf Distanz.
  • Verschaffen Sie sich Aufmerksamkeit, bitten Sie laut und deutlich andere Personen um Hilfe.
  • Merken Sie sich die Automarke und das Kennzeichen. Können Sie diese Personen auch beschreiben?
  • Auch wenn es nicht zu einem Schaden gekommen ist, sollten Sie den Vorfall der Polizei melden.

Polizeiliche Informationen zu weiteren Maschen der Trickdiebe finden Sie im Internet unter www.polizei-beratung.de oder über die Verbraucherzentralen unter www.verbraucherzentrale.de.