Udo Scheuermann - Symbolbild
Udo Scheuermann - Symbolbild

OPPAU – Wie es zu erwarten war, nahmen viele Bürger das Angebot der öffentlichen Sitzung wahr und fanden sich bereits frühzeitig im Bürgerhaus ein. So war die Entscheidung, die Sitzung ins Bürgerhaus zu verlegen, richtig. Im Oppauer Rathaus hätte es diese Möglichkeit nicht gegeben.

Thema: Ärztehaus

Um die Ärzteversorgung in den nördlichen Stadtteilen für die Zukunft zu sichern, ist das Ziel des Ortsvorstehers noch vor Beendigung seiner Amtszeit im kommenden Jahr, den Weg dafür zu bereiten.

Es gab Gespräche mit einem Investor, der bereit sei je nach Möglichkeit größer oder etwas kleiner zu investieren. Hier scheinen sich Dinge langsam zu entwickeln. Doch befinden sich die Prüfungen und Gespräche noch im Anfangsstadium.

In den kommenden Jahren werden alteingesessene Ärzte langsam ihre Praxis aufgeben. Spätestens dann muss ein tragfähiges Konzept für die Zukunft im Laufen sein. Darüber sind sich alle Mitglieder des Ortsbeirates einig.

Die Bevölkerung soll nach dem Willen der Verantwortlichen keine weiten Wege zu einem Arzt zurücklegen müssen.

Als Beispiel nannte man das Ärztehaus in der Pfingstweide, welches sich inzwischen bewährt hat.

Die Weichen müssen allerdings jetzt gestellt werden.

Thema: Spielplatz in der Anglerstrasse

Nach einem Vortrag einer Vertreterin der Verwaltung gab es ebenfalls Zustimmung.

Eltern, Kinder und Lehrer sind in die Planung eingebunden. Gemeinsam habe man eine Prioritätenliste erarbeitet.

Als Hauptspielgerät wurde eine Spinne festgelegt. Hier können die Kinder auf vielfältigste Weise klettern und spielen. Gegenüber sollen kleinere Spielgeräte in den Sand eingebaut werden. Die Kosten betragen ca. 90.000 Euro.

Hierfür gab es volle Zustimmung der Mitglieder des Ortsbeirates.

Thema Nahverkehr

Der Vertreter der Stadt erkärte Vieles, was mit den nördlichen Stadtteilen wenig bis garnichts zu hat.

Interessant war für die Anwesenden die Buslinie 89 Melm-Oppau. Hier sind die Überlegungen bereits sehr weit und wurden von Allen begrüsst. Ein Bürger sagte uns später, dass seiner Meinung nach diese Linie mehr als überfällig sei.

Auch zu diesem Thema gab es keine Unstimmigkeiten in den Fraktionen.

Als die Stadtbahn Oppau – Frankenthal erörtert wurde, war schnell klar, dass bei der gegenwärtigen Finanz-Lage eine Realisierung nicht machbar ist. Die ca. 100 Millionen Euro, sind nicht aufzubringen. Immerhin steht die Stadt mit 1,3 Mrd. Euro in der Kreide.

Man will aber weiterhin die Trasse aufrecht erhalten um zukünftigen Generationen nicht die Möglichkeiten zu verbauen.

Roman Bertram, CDU: “Ich will erstmal die Kosten sehen.” Das Gleiche sagte auch Frank Meier, SPD.

Der Traum einer Stadtbahn Pfingstweide nach Frankenthal zieht sich seit Jahrzehnten durch alle Ortsbeiräte.

Thema: Kerweplatz

Was die Bürger interessierte war die Sache um den Kerweplatz. Hier gab es in der Vergangenheit, die wildesten Gerüchte und Spekulationen. Für dieses Thema kam wohl der überwiegende Teil der Zuhörer.

Dass sich auch Zeitungen an diesen Gerüchten beteiligten, machte die Sache für den Ortsvorsteher in den letzten Wochen nicht leichter.

Musste er sich doch überall für Aussagen rechtfertigen, die teilweise dem Reich der Fantasie und vielleicht auch dem Sommerloch zuzurechnen sind.

So stellte er bei der gestrigen Sitzung die Angelegenheit Kerweplatz nochmals klar, wie alles begann:

Die Firma LIDL kam vor längerer Zeit auf den Ortsvorsteher zu und erklärte, man wolle das Gebäude sanieren. Es soll ein modernes, umweltfreundliches Gebäude in ca. 2 Jahren entstehen. Dies bedeute den Abriss und ein kompletter Neuaufbau. Die Verkaufsfläche würde größer werden. Das Sortiment wolle man nicht erweitern.

Werden diese Pläne umgesetzt, dann fällt der bisherige Kerweplatz weg.

Da aber die Firma LIDL, laut Ortsvorsteher, noch nicht einmal mit der Verwaltung ernsthafte Gespräche begonnen habe, sei man noch in einem sehr frühen Stadium.

Zusammenfassend stellte der Ortsvorsteher Udo Scheuermann klar:

  • LIDL muss sich Gedanken um die Finanzierung machen. Sie sind die Verursacher für die Überlegung den Kerweplatz zu verlegen.
  • Eine Verlegung in den Bereich Bürgerhaus kommt nicht in Frage. Das gäbe juristischen Ärger mit den Anwohnern
  • Die Stadt wird die Kosten für die Verlegung nicht übernehmen
  • Die BASF wäre eventuell bereit den neuen Platz gegenüber des Oppauer Parks zu mieten / pachten.
  • Ein Parkplatz für die Mitarbeiter wäre sinnvoll, versicherte ihm der Vertreter der BASF dem Ortsvorsteher
  • Es gehe nicht um einen LKW-Parkplatz
  • Es ist ein PKW-Parkplatz angedacht, der entsprechend abgegrenzt werden soll
  • Es gehe ebenfalls nicht um 16.000 qm Fläche.
  • Als Idee steht im Raum eine Fläche von eventuell 1000 qm zu asphaltieren
  • Der Vogelschutz muss diesbzgl. ebenfalls eingehalten werden, mahnte der Ortsvorsteher und erwähnte das fortwährende Engagement des Vogelschutzvereins

Wie bei der Sitzung klar herausgestellt wurde, gibt es weder konkrete Pläne, noch einen Zeitplan.

Die Medienberichte bezeichnete der Ortsvorsteher als schlicht falsch.

Nachdem das Thema Kerweplatz beendet war, verließen die Anwesenden schlagartig den Raum. Die restlichen Punkte bearbeiteten die Mitglieder Ortsbeirates wie gewohnt mit wenig bis gar keinem Publikum.