Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger aus unseren Stadtteilen Oppau, Edigheim und Pfingstweide, sehr geehrte Gäste unseres Neujahrsempfangs hier im Bürgerhaus Oppau,

es ist kaum zu glauben, das alte Jahr haben wir wieder hinter uns gelassen. Sehr individuell nahmen die Menschen Abschied vom alten Jahr – entweder alleine im engeren Familienkreis oder in großer Geselligkeit.

Aber alle mit der Erkenntnis wieder ein Jahr hinter sich gebracht zu haben.

Albert Einstein hat einmal gesagt:

„Wenn`s alte Jahr erfolgreich war, dann freue dich auf„s Neue – und war es schlecht – ja dann erst recht“

Es kommt uns vor, dass die Zeit an Schnelligkeit zugenommen hat. Kein Wunder, wir sind überhäuft mit Informationen des täglichen Lebens.

Kaum ist irgendwo in der Welt oder in unserem Umfeld etwas passiert, so sind wir im Internet, in Facebook, Whatsapp, Instagram oder in anderen Medien sofort auf dem neuesten Stand der Ereignisse.

Man hat den Eindruck, die Zeit ist so schnell geworden, dass über Dinge berichtet wird, die noch gar nicht passiert sind.

Wir sind erschlagen von Informationen, was in der Welt passiert, oder was Hans und Gretel gerade essen. Wir bekommen persönliche Bilder und Kommentare und ob man sich mit Freunden trifft und was man im Urlaub erlebt hat.

Wir werden versorgt mit einer Fülle von Informationen, ob wir diese wissen wollen oder nicht. Viele reden nicht mehr miteinander. Sie kommunizieren nur über moderne Medien. Sie sitzen mit ihren iPhons neben einander und tauschen sich gegenseitig aus.

Wir sollten aber nicht vergessen – das persönliche Gespräch und der persönliche Umgang zwischen den Menschen wird wichtiger denn je.

Gerade in der Politik und in der Gesellschaft sind soziale Kontakte ein wesentlicher Bestandteil unserer Demokratie und unseres Miteinander.

Deshalb bleiben persönliche Gespräche und Kontakte auch in einer modernen Gesellschaft wichtig.

Ich freue ich mich, beim heutigen Neujahrsempfang Menschen zu begrüßen, denen Begegnungen noch wichtig sind und wünsche ihnen allen ein gutes, glückliches, gesundes neues Jahr.

Sehr geehrte Damen und Herren, Neujahrsempfänge haben ihre Tradition. So haben meine beiden Vorgänger Ortsvorsteher Horst Schork und Heinz Mohr diese Tradition gepflegt. Auch für mich war es in meiner Amtszeit immer eine angenehme Verpflichtung, zu dieser Veranstaltung einzuladen.

Die Verbundenheit zum Neujahrsempfang des Ortsvorstehers, zeigen nun schon seit Jahrzehnten, der Karnevalverein „Obbarer Dambnudle“, die Arbeitsgemeinschaften der Vereine und der Spielmannszug „Kurpfalz Oppau, dem heutigen modernen Blasorchester.

Auch in diesem Jahr dürfen sie sich wieder auf ein Neujahrskonzert mit den hervorragenden Orchestermitgliedern des „Modernen Blasorchesters“ unter Leitung von Dominique Civilotti freuen.

Mein besonderer Gruß und Dank gilt auch dem Präsidenten des KOD Horst Fischer und dem Vorsitzenden Dirk Uwe Scheffler sowie allen Aktiven die diesen Neujahrsempfang mitgestalten.

Ein herzliches Willkommen gilt auch dem Vorsitzenden der ARGE Oppau, Hubert Eisenhauer und dem Vorsitzenden der ARGE Edigheim Thorsten Binzer.

Herzliche Grüße auch den vielen Vereinsvertreterinnen und Vereinsvertreter unseres Ortsbezirkes.

Sehr geehrte Damen und Herren, auch auf die Gefahr hin jemanden zu vergessen, erlaube ich mir auch im Namen meiner beiden Stellvertreter Gabriele Albrecht und Frank Meier, einige Ehrengäste namentlich willkommen zu heißen und bitte um ihren Applaus im Anschluss meiner Begrüßung.

Meine Damen und Herren, für mich ist dieser Neujahrsempfang ein besonderer Tag. Nach 25 Jahren Ortsvorstehertätigkeit ist dies heute mein letzter Neujahrsempfang zu dem ich eingeladen habe und zu Ihnen sprechen darf.

Im Juni werde ich nach 45 Jahren Kommunalpolitik die politische Bühne verlassen. Im Alter von fast 74 Jahren überlegt man schon, ob man sich noch fünf weitere Jahre politisch verpflichten soll. Sicherlich ist dies keine Frage des Alters, aber irgendwann muss wohl auch Schluss sein.

Ich habe im Juni eine umfangreiche politische Ära hinter mir. Dazu aber später etwas mehr.

Neujahrsempfänge dienen im Allgemeinen dazu Rückblick und Vorschau zu halten, über das was geschehen ist und was uns die Zukunft bietet.

Nachdem Städte und Gemeinden nicht auf einer Insel leben, sind die Geschehnisse in der Welt, im Bund und Land auch für uns hier von besonderer Bedeutung.

Die Lage in der Welt ist nicht einfacher geworden. Es scheint, die Welt ist aus den Fugen geraten. Sie ist unberechenbar geworden. Kriege, Leid und Elend, aber auch Unzufriedenheit prägen immer noch unsere Zeit.

Im vergangenen Jahr haben wir uns daran erinnert, dass das Ende des 1. Weltkrieges 100 Jahre und das Ende des 2.Weltkrieges 73 Jahre her sind.

Aber leider wird aus der Geschichte nicht gelernt. Überall auf der Welt gibt es Konflikte die auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen werden.

Korrupte Regierungen, Glaubensunterschiede, Machtbesessenheit und wirtschaftliche Interessen fördern diesen unheilvollen Prozess.

Nur an sich denken als Staat oder im wirtschaftlichen- oder privaten Leben ist wohl Mode geworden.

Die Einstellung, Amerika first, oder wie damals im Nazi-Regime Deutschland- Deutschland über alles, kann und konnte zu nichts Gutem führen.

Auch in Europa können wir feststellen, dass die Gemeinsamkeiten, die über viele Jahre hinweg gut funktioniert haben, ins Wanken kommen.

Der Brexit in England, Abspaltungsgedanken von rechtsradikalen Parteien in Niederlanden oder Frankreich, sowie Bestrebungen Katalonien aus Spanien auszugliedern, sind sicherlich keine Ziele die Europa voranbringen oder stabilisieren.

Wir müssen begreifen, nur ein geeintes Europa hat seine wirtschaftlichen Chancen, es sichert den Frieden und somit Wohlstand und Zufriedenheit in den EU-Ländern.

Die Weltlage hat sich durch Äußerungen und Handeln des amerikanischen Präsidenten erheblich geändert. Es besteht keine Zuverlässigkeit mehr.

Deshalb muss sich Europa neu orientieren. Wir brauchen verlässliche Partner mit denen man gut zusammen arbeiten kann.

Unsere Länder brauchen Stabilität. Dies gilt auch für die Bundesrepublik Deutschland. Die politische Landschaft im Bundestag ist vielfältiger geworden, aber nicht einfacher. Nach zähem Ringen wurde im vergangenen Jahr eine neue Regierung gebildet.

Es kam wieder zu einer großen Koalition, zu der jeder von uns seine eigene Meinung vertritt. Anbetracht der vielen Themen und Problemen kommt es jetzt darauf an, in den nächsten Jahren unser Land wirtschaftlich stabil zu halten und sozial gerecht zu gestalten.

Auch in Rheinland Pfalz geht es darum, dieses Land zukunftsgerecht zu gestalten. Hier geht es darum die Wirtschaftskraft zu erhalten, den Ausbau der digitalen Netze voranzutreiben, die Infrastrukturen auszubauen. Es geht auch darum, eine vernünftige Gebietsreform auf den Weg zu bringen, das die Kreise, Städte und Gemeinden neu ordnet.

Dabei macht es aber schon Sinn die Städte wie Frankenthal und Speyer in ihrer Funktion zu stärken und nicht zu schwächen.

Auch der kommunale Finanzausgleich, gerade für die Großstädte mit ihren hohen sozialen Lasten ist von großer Bedeutung.

Ludwigshafen steht vor einem riesigen städtebaulichen Umbruch in der City. Die Verwaltungsspitze mit ihren zuständigen Bereichen sowie der Stadtrat, müssen in den kommenden Jahren diesen gigantischen Prozess umsetzen.

Hier geht es im Einzelnen um die Sanierung der Hochstraße Süd, dem Abriss der Hochstraße Nord mit dem Bau der Stadtstraße. Auch die Ansiedlungen des neuen Polizeipräsidiums und dem Verwaltungsgebäude für die Pfalzwerke AG sowie dem neuen Metropolhaus müssen umgesetzt werden.

Ein großes Thema ist das Rathauscenter. Hier stehen noch Entscheidungen an, wie es mit dem Gesamtkomplex weitergeht. Feststeht aber, Ludwigshafen muss für eine Übergangszeit Lösungen finden, die eine Innenstadt mit dem benachbarten Stadtteil Hemshof nicht außer Funktion setzt.

Es werden lange schwierige Jahre auf uns Ludwigshafener, aber auch auf diejenigen die nach Ludwigshafen wollen, zukommen. Aber es gibt auch eine Chance die Innenstadt städtebaulich weiter zu entwickeln. Dafür bedarf es aber noch viel Geduld und Verständnis in unserer Bürgerschaft.

Auch unsere Schulen müssen den Bedürfnissen angepasst werden. Wir müssen die baulichen Maßnahmen weiterführen, die ausreichend Kindergartenplätze schaffen

Ludwigshafen hat ein Flächenproblem. Um den nötigen Wohnungsbau- und Gewerbeflächenbedarf abzudecken, müssen Gebiete für Wohnbedarf und Gewerbe geschaffen werden.

Sowie im vergangenen Jahr einige personelle Veränderungen im Stadtvorstand anstanden, musste durch den Weggang unseres Kämmerers Dieter Feid zur TWL, ein neuer Kämmerer gewählt werden. Ich freue mich darüber, dass mit Andreas Schwarz, einem gebürtigen Oppauer, ein würdiger Nachfolger gefunden wurde.

Am 26.Mai finden die Europa- und Kommunalwahlen statt. Hier ist die Bevölkerung aufgerufen ihre politischen Vertreterinnen und Vertreter zu wählen. Ich möchte sie schon jetzt bitten, beteiligen sie sich an unserer Demokratie – gehen sie wählen – nehmen sie ihr Wahlrecht in Anspruch.

Beteiligen sie sich an unserem Gemeinschaftsleben und stärken sie mit ihren Stimmen die Kandidatinnen und Kandidaten unserer Stadtteile.

Lassen sie sich nicht von politischen Kräften beeinflussen, die nur einfache populistische Lösungen in ihrem Programm haben.

Meine Damen und Herren, ich habe ja schon anfangs erwähnt, dass dieser Neujahrsempfang für mich ein Abschied aus den Funktionen als Stadtrat und Ortsvorsteher ankündigt.

Bei meinem letzten Neujahrsempfang ist es deshalb angebracht, Bilanz zu ziehen über einen politischen Lebensabschnitt.

45 Jahre kommunalpolitische Tätigkeit sind eine lange Zeit. Es war für mich eine erlebnisreiche, interessante, verantwortungsvolle Aufgabe, die ich gerne erfüllt habe.

Aber loslassen und seine Funktionen anderen zu überlassen, gehört eben auch zum politischen Geschäft. Nur so funktioniert unsere Demokratie.

Sich politisch in verschiedenen Funktionen zu betätigen, mitzuarbeiten eine Stadt und seine Stadtteile zu gestalten, war für mich eine reizvolle Aufgabe.

Hierzu ist es notwendig auch entsprechend politisch verankert zu sein, sowie ein funktionierendes Netzwerk aufzubauen.

1969 mit dem Eintritt in die SPD begann das Interesse an der Politik 1972 habe ich als Vorsitzender des kommunalpolitischen Arbeitskreises mitgeholfen, den Aufbau im Stadtteil Pfingstweide zu begleiten.

1976 wurde ich zum SPD Ortsvereinsvorsitzenden in der Pfingstweide gewählt. Durch den Umzug nach Oppau wurde mir 1979 der SPD Vorsitz im dortigen Stadtteil angetragen.

Seit 40 Jahren gehöre ich dem Stadtrat von Ludwigshafen an. War seit 1974 stellvertretender Ortsvorsteher und nun seit 25 Jahren Ortsvorsteher.

35 Jahre lang war ich beim Amtsgericht bzw. beim Landgericht ehrenamtlicher Richter.

Seit über drei Jahrzehnten bin ich Regional-Vorsitzender der „Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik“

Als Mitglied in der Verbandsversammlung Metropolregion Rhein-Neckar bin ich seit 1984

All diese Funktionen, waren für meine politische Arbeit von Vorteil.

Zieht man Rückblick über eine so eine lange Zeit politischen Wirkens, bleiben natürlich Erinnerungen wach.

Erinnerungen an den ersten Ortsvorsteher von Oppau und SPD Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat Horst Schork, bei dem ich schon stellvertretender Ortsvorsteher war und vom dem ich Vieles gelernt habe.

Ich erinnere mich auch gerne an meinen Vorgänger Heinz Mohr und an viele Wegbegleiter aus der Stadt-und Ortsbeiratsfraktionen.

In der Pfingstweide galt es 1969 den neuen Stadtteil mit zu entwickeln. Es entstanden neue Wohnungen, ein Einkaufszentrum war notwendig, die Jugendfarm, das Gemeinschaftshaus und die Pfarrzentren wurden nach und nach gebaut.

In den 90er Jahren wurde mit dem Projekt „Unser Stadtteil soll attraktiver werden“ , die Pfingstweide neu aufgewertet. Es war über Jahre hinweg eine aufreibende Aufgabe in den verschiedensten Arbeitskreisen mit der Bürgerschaft und Vereinsvertretern Ideen zu entwickeln, um diesen Stadtteil weiterhin lebenswert zu halten.

Eine wichtige Aufgabe war es, die schulische Versorgung zu sichern und auszubauen. In Edigheim entstand ein Schulzentrum, das sich zu einer integrierten Gesamtschule entwickelt hat und das Wilhelm von Humboldt Gymnasium sowie die Grundschule Edigheim wurden räumlich erweitert.

Um die Ortsdurchfahrten Oppau-Edigheim zu entlasten, wurde 1974 der Autozubringer eingeweiht. Auch wurden ständig mit den Straßenausbaubeiträgen bis heute viele Straßen saniert.

Der Landeshafen und die Kläranlage wurden in den 70er Jahren in Betrieb genommen.

Die Feuerwehr und die Polizei wurden an neuen Standorten in Oppau gebaut.

Die Straßenbahnendhaltestelle in Oppau wurde modernisiert und im vergangenen Jahr gelang es nun endlich eine Busverbindung nach Frankenthal zu schaffen.

Da sich die Geschäftswelt im Bereich des Einzelhandels in unseren Stadtteilen wesentlich geändert hat, war es mir wichtig den Bürgern unserer Stadtteile, durch das Ansiedeln von Verbrauchermärkten, nachhaltige Einkaufsmöglichkeiten zu gewährleisten.

In der Deichstraße werden in diesem Frühjahr die Baumaßnahmen für ein GAG Gebäude beginnen, in der eine Tagespflegestation, betreute Wohngruppen und seniorengerechte Wohnungen untergebracht sind.

Wichtig für unsere Stadtteile sind auch die notwendigen Freiräume. Deshalb wurde in einem Grünkonzept der Grünzug Oppau-Edigheim-Pfingstweide entwickelt. An einigen wenigen Stellen muss noch aufgeforstet werden.

Natürlich gibt es auch Erinnerungen und Geschehnisse, die man nicht mehr erleben möchte.

Die Gasexplosion in der Jakob Scheller Straße am 23.10.2014, hat mich und unsere Bevölkerung schwer bewegt. Für mich war es eine Verpflichtung den Betroffenen zur Seite zu stehen. Denn wenn solche Ereignisse eintreten, so sind die Betroffenen oftmals alleine gelassen.

Sie müssen sich mit den Versicherungen auseinandersetzen, um entsprechend entschädigt zu werden.
Sie müssen Ersatzwohnungen bekommen. Die Schäden müssen behoben werden.

Die ersten 14 Tage waren von morgens bis spät abends für mich eine anstrengende Zeit. Noch viele Monate später mussten Dinge abgeklärt werden.

Ich danke vor allen den Rettungskräften wie Feuerwehr, Polizei, Sanitätsdiensten, aber auch dem Geschäftsführer der Gascade, Herrn von dem Bussche, die ihre Arbeit hervorragend geleistet haben.

Ich danke aber auch allen Helferinnen und Helfern die sich spontan bereit erklärt haben zu helfen und danke den vielen Menschen die mit ihren Geldspenden die Betroffenen unterstützten.

Gleich zwei Jahre danach, kam es wieder zu einem Unglück, dieses Mal im Landeshafen. Auch hier waren Menschen verletzt bzw. getötet worden.

Es galt für mich, den rund 100 betroffenen LKW Fahrern über Nacht eine Bleibe zu organisieren. Auch hier herzlichen Dank allen Rettungskräften, die die Fahrer verköstigten.

Eine betrübliche Erinnerung, die nicht nur bei mir, sondern auch bei Besuchern dieser Bürgerversammlung bis heute haften blieb, war die Information der Stadtverwaltung über den Standort einer Asylbewerberunterkunft in Edigheim.

Es war erschreckend, was da manche Menschen geäußert haben und wie sie sich benommen haben. Sie erweckten den Eindruck, wenn diese Asylanten hierher kommen, wäre die Sicherheit in Edigheim nicht mehr gewährleistet.

Die Asylbewerber-Familien wohnen jetzt schon seit Monaten hier und niemandem fällt auf, dass sie hier sind.

An dieser Stelle darf ich allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern danken, die in den Asylcafe`s oder an anderer Stelle, sich um diese Ankömmlinge gekümmert haben oder noch kümmern.

Es bleiben noch einige Projekte offen, die zwar angedacht bzw. schon politisch angeregt, aber in meiner Amtszeit noch nicht umgesetzt sind:

Hohe Priorität hat der Bau eines Ärztehauses in Oppau. In den nächsten Jahren werden aus Altersgründen einige Ärztinnen und Ärzte ihre Praxen aufgeben. Nachfolger sind nur zu finden, wenn auch die Räumlichkeiten den heutigen Erfordernissen wie z.B. altersgerechte und behindertengerechte Zugänge gewährleistet sind.

Zahlreiche niedergelassene Ärzte aus Oppau haben Interesse an modernen Räumlichkeiten bekundet. Die Chirurgische Praxis in Oppau möchte sich gerne erweitern. Deshalb ist an der Horst Schork Str. der Bau eines entsprechenden Gebäudes angedacht.

Die GAG könnte hinter ihrem jetzigen Seniorenwohnheim weitere dringend notwendige seniorengerechte Wohnungen errichten.

Der Ortsbeirat hat diesem Projekt einstimmig zugestimmt. Für das selbstverständlich noch Baurecht geschaffen werden müsste.

Leider ist wegen der Einsprüche einzelner Anwohner in diesem Bereich vom Stadtvorstand, die Planung gestoppt worden. Derzeit wird von der Verwaltung nach einem Alternativstandort in Oppau gesucht.

Um die ärztliche Versorgung in Oppau auch für die Zukunft zu sichern, kann ich den neuen Ortsbeirat nur ermuntern, sehr schnell eine Lösung zu finden.

Auch in Edigheim werden neue seniorengerechte Praxisräume benötigt. Hier wäre hinter der geplanten GAG Bebauung in der Deichstraße noch Platz für Praxen und seniorengerechten Wohnungen.

Auch das Thema Lidl –Neubau kann meines Erachtens nicht vom Tisch sein. Wir müssen die Nahversorgung in unseren Stadtteilen sichern. Es gab eine Lösungsmöglichkeit, die sowohl den Neubau des Marktes, wie auch die Kerweplatz-Situation gelöst hätte.

Aber auch hier hat man sich nicht getraut, wegen einzelner Einsprüche eine Entscheidung zu treffen.

Der neue Ortsbeirat wird dieses Problem angehen müssen. Spätestens in wenigen Jahren, bei der Neugestaltung des Umfeldes des Bürgerhauses ist zu überlegen, wo ein Kerweplatz, Sinn macht.

Seit Jahren habe ich mich bemüht eine arrondierende Wohnbebauung im Zinkig zu ermöglichen, um den Bedarf an Wohnraum abzudecken.

Nachdem sich seit geraumer Zeit ein Erschließungsträger gefunden hat und die angedachten Planungen in einer Bürgerversammlung positiv aufgenommen wurden, scheint dieses Vorhaben, wenn die Grundstückverträge unterschrieben sind, Realität zu werden.

Auch das Neubaugebiet zwischen Paulinenhof und Nordring, das schon seit Jahren im Flächennutzungsplan festgeschrieben ist, kann in die Planungsphase gehen.

Ganz wichtig ist es auch, das Angebot an Kindergartenplätzen zu verbessern. Es entsteht eine neue Kindertagesstätte auf dem jetzigen Gelände in der Breitscheidstraße.

Es gab auch Vorschläge die zunächst vom Ortsbeirat für gut geheißen wurden. Aber dann hat sich die Mehrheit des Ortsbeirates, wegen einzelner Bedenkenträger aus dem Umfeld der angedachten Vorhaben, dann wieder anders entschieden.

Hier wäre der Standort Bürgerhaus zu nennen. Es waren Überlegungen vorhanden in zentraler Lage ein Einkaufsmarkt mit integriertem Bürgerhaus zu bauen.

Das Bürgerhaus wurde aber dann in seiner heutigen Form belassen. Mit einem hohen finanziellen Aufwand, wurde nun eine Brandsanierung durchgeführt und weitere Sanierungsmaßnahmen müssen noch folgen.

Die im Ortsbeirat mehrheitlich beschlossene Maßnahme zur Einfamilienhaus-Bebauung des „Gartenquartier Deichstr.“ zwischen Brühl- und Deichstraße, wurde wegen Proteste von wenigen Grundstückseigentümern, im Ortsbeirat und Stadtrat wieder zurückgenommen.

Die Stadt konnte nun mit den gekauften und abgelösten Erbpachtgrundstücken außer diese zu pflegen, nichts mehr anfangen.

Nicht alles kann gelingen. Dies ist eben Politik, dies ist Demokratie.

Meine sehr geehrte Damen und Herren, in meiner Zeit als Ortsbeiratsmitglied, Stadtratsmitglied und Ortsvorsteher, habe ich mich bemüht, mitzuhelfen unseren Ortsbezirk voranzubringen.

Es war nicht immer eine leichte Aufgabe, es war eine aufopfernde Tätigkeit und eine interessante Tätigkeit, die auch überwiegend Spaß gemacht hat.

In der Funktion des Ortsvorstehers macht man sich nicht nur Freunde. Man muss auch Dinge anregen und umsetzen, was dem Stadtteil dient und nicht immer den Einzelinteressen Rechnung trägt.

Ich habe mich aber stets bemüht, dennoch andere Meinungen zu respektieren.

Mein Grundsatz war es immer, wichtige Sachen vor der Entscheidung mit den Ortsbeiratsfraktionssprechern zu diskutieren. Am Ende musste dann ein Ergebnis erarbeitet sein, das tragfähig auch gegenüber der Mehrheit unserer Bevölkerung vertretbar war.

Ich musste mir oft die Argumente von Bedenkenträgern anhören. Mir war es aber immer wichtig nach Lösungen zu suchen.

Von der Politik, so meine ich, wird dies, aber auch Standfestigkeit und Zuverlässigkeit erwartet. Dies gilt auch in der Kommunalpolitik.

Die BASF als großes Wirtschaftsunternehmen in der Region, in unserer Stadt und unser unmittelbarer Nachbar von Oppau, hat selbstverständlich auch direkte Auswirkungen auf unsere Entwicklung.

Ich als Ortsvorsteher, der Ortsbeirat und weite Teile der Bevölkerung haben sich mit dem Werk arrangiert.

Die Werkleitung der BASF hat mit uns immer einen intensiven Meinungsaustausch gepflegt. Dafür darf ich besonders dem jetzigen Werkleiter Dr. Uwe Liebelt danken, der immer für unsere Anliegen ein offenes Ohr hat.

Ich durfte in all den Jahren, was die Entwicklung der BASF im Norden der Stadt betraf, dies politisch mitbegleiten.

Trotz mancher Unannehmlichkeiten, die ein solch großes Unternehmen mit sich bringt, ist Aufgabe der politisch Verantwortlichen die Entwicklungsmöglichkeiten und die Standortsicherung, solch eines Werkes nicht zu erschweren.

Ich habe mich auch immer bemüht, den hier örtlichen Gewerbetreibenden, die in unseren Stadtteilen angesiedelt sind, in ihren Anliegen zu unterstützen.

Dies gilt auch für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger, denn von einem Ortsvorsteher wird Verständnis und Engagement erwartet.

Der frühere Bundespräsident Roman Herzog, hat einmal gesagt:

Unsere freiheitliche Demokratie lebt nicht von Umfragen, sie lebt vom Engagement und Courage!

Meine sehr geehrte Damen und Herren, ich werde mich bemühen, die letzten sechs Monate meiner Amtszeit, die mir gestellten Aufgaben weiterhin ordentlich und pflichtgemäß zu erfüllen.

Ich werde mich wie bisher, den Wünschen und Sorgen unserer Bewohner annehmen.

Ich danke allen die sich im vergangenen Jahr für ihren Stadtteil eingesetzt haben und mit ihrem Engagement zu einem funktionierenden Gemeinschaftsleben beitrugen.

Ich danke den Mitgliedern des Ortsbeirates, die mich in meiner Arbeit unterstützt haben.

Ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Verwaltung, die mich in all den Jahren positiv begleitet haben und danke den Vertreterinnen und Vertretern der Presse für ihre objektive Berichterstattung.

Danken möchte ich meiner Frau und meiner Familie für die Unterstützung, ohne deren Verständnis dies alles nicht möglich gewesen wäre.

Danken möchte ich allen, die diesen Neujahrsempfang mitgestaltet haben und mich auch bedanken, bei denen die sich am Saalaufbau und bei der Getränkeversorgung beteiligt haben.

Mein besonderer Dank gilt auch den Musikerinnen und Musikern unter Leitung von Dominique Civilotti, die uns noch mit einem wunderbaren Konzert begeistern werden.

Meine Damen und Herren, lassen sie nun das neue Jahr über sich ergehen. Nehmen sie es mit Gelassenheit und Zuversicht. Sehen sie nicht alles negativ, sondern legen sie ihr Augenmerk auf die schönen Dinge im Leben.

Denn wer alles negativ sieht, altert schnell und bekommt zu viele Gesichtsfalten.

Bekennen sie sich zu ihrem Stadtteil und zu ihrer Stadt. Gehen sie, was Ordnung und Sauberkeit betrifft verantwortungsvoll um.

Begegnen sie ihren Mitmenschen mit Verständnis, Toleranz und Respekt, dann wird es ein erfolgreiches Jahr.

Ich wünsche im Namen meiner Frau, des Ortsbeirates und meiner beiden Stellvertreter Frau Albrecht und Herrn Meier ein gutes, erfolgreiches 2019 verbunden mit viel Glück und Gesundheit.

Vielen Dank an sie alle, die den Weg zum diesjährigen Neujahrsempfang gefunden haben.

Sie erwartet nun die Grüße der ARGE Vorsitzenden und der Schlüsselübergabe an den KOD

Danach viel Freude beim Neujahrskonzert!