OPPAU – Sie gilt neben dem Kandidaten der SPD, Frank Meier als die aussichtsreichste Kandidatin für das Amt des Ortsvorstehers in Oppau. Sie will Sie mit frischen, neuen Ideen am Sonntag die Wähler überzeugen.

Das wollten wir genau wissen und haben uns mit CDU-Kandidatin, Rebecca Wild getroffen. Bereitwillig stand uns die 37-Jährige Edigheimerin Rede und Antwort. Sie ist verheiratet, hat einen Sohn und war 13 Jahre lang Sekretärin der Geschäftsleitung der LUKOM.

Redaktion Warum möchten Sie Ortsvorsteherin für den Ortsbezirk Oppau werden?

Rebecca Wild Ich möchte mich gerne politisch engagieren und Dinge bewegen. Ich will frischen Wind reinbringen und damit unsere Stadtteile unterstützen.

Redaktion Wie dürfen wir uns das genau vorstellen, wenn Sie sagen, dass Sie politisch etwas bewegen wollen?

Rebecca Wild Ich denke, dass es gut ist, wenn sich junge Menschen in dieser Zeit engagieren. Es ist alles etwas älter geworden. Junge Leute engagieren sich zu wenig. Vielleicht gehen wir etwas weniger verkrampft an manche Themen ran. Und das ist das, was den Stadtteilen vielleicht gut tut.

Redaktion Sehen Sie ihr Alter als Vorteil gegenüber den politisch erfahrenen Mitbewerbern?

Rebecca Wild Das kann mit Sicherheit ein Vorteil sein. Man muss eben die Chance bekommen, dass man sich engagieren darf. Man kann sich Erfahrung auch aneignen. Ich lerne jeden Tag dazu. Klar weiß ich bei weitem nicht Alles. Aber ich habe ein sehr gutes und starkes Team, mit sehr viel KnowHow, hinter mir. Wo ich auch immer nachfragen kann. Gerade die Älteren stehen mir mit Rat und Tat zur Seite. Von daher sehe ich keine Probleme.

Redaktion Was wir ihr Grund in die CDU einzutreten? Warum nicht eine andere Partei?

Rebecca Wild Für mich war es sehr wichtig mich für eine demokratische Partei einzusetzen. In der CDU steht mir das Christliche nah. Ich bin katholisch. Ich bin christlich aufgewachsen. Das war dann für mich der Beweggrund. Am Ende lag mir die Politik der CDU näher.

Ich war ca. 12 Jahre Mitglied in der jungen Union. Da war ich aber mehr im Hintergrund und habe mir das erstmal etwas angeschaut. Bin ja auch durch meine Arbeit, sehr in der Politik drin. Es war immer sehr spannend. Ich hatte zuerst das eigene Zutrauen nicht gehabt. Und dann wurde ich angesprochen, ob ich mir das vorstellen könnte. Dann habe ich mir meine Gedanken gemacht und stellte, dann fest, dass das eine Sache ist, von der ich selbst profitieren kann. Ich war auch frustriert über die Bundespolitik. Jetzt wo ich einfach näher dran bin und sehe, was wirklich alles gemacht wird und was vor allen Dingen in unserer Stadt alles gemacht wird – Das ist wesentlich mehr als die Bürger mitbekommen – sehe ich das große Engagement dahinter. Und das macht dann auch sehr viel Spaß.

Redaktion Die Meßlatte für das Amt wurde vom scheidenden Ortsvorsteher Udo Scheuermann sehr hoch gelegt. Für Sie und Ihren Mitbewerber eine echte Herausforderung. Dennoch ist das Amt mit Kontroversen verbunden. Ganz egal für was man sich entscheidet – Immer sind welche da, die das nicht gut finden.

Rebecca Wild Ich denke, das ist in der Politik grundsätzlich so. Man kann es nicht Jedem recht machen. Die Spuren, die Herr Scheuermann hinterlässt sind definitiv sehr groß. Er hat eine Super-Arbeit gemacht. Man kann es nicht anders sagen. Ich möchte gerne da anknüpfen und auch eine gute Arbeit machen.

Redaktion Das Amt verlangt ein hohes Maß an Verantwortung gegenüber den Bürgern. Durch die BASF haben wir hier in den nördlichen Stadtteilen zusätzlich die Besonderheit, dass wir mit einem Weltkonzern leben müssen – mit allen Vor- und Nachteilen.

Rebecca Wild Ich traue mir das sehr wohl zu. Wir haben knapp 23.000 Mitbürgerinnen und Mitbürger. Ich bin mir der Verantwortung bewusst. Ich arbeite gerne mit und für Menschen. Das mache ich momentan in meinem Job auch. Ich bin sehr gut vernetzt. Und ich denke, dass ich auch unter Druck sehr gut arbeiten kann.

Redaktion Sie präsentieren sich in der Öffentlichkeit, als lieb und freundlich. Gerade wenn man jünger ist, entsteht da sehr schnell eine Schublade der lieben Rebecca Wild.

Rebecca Wild Ich bin lieb und nett. Das betone ich ganz klar. Ich kann aber auch die Krallen ausfahren. Nur muss ich das nicht permanent. Wer mir das nicht zutraut, den überzeuge ich gerne im Einzelgespräch.

Redaktion Steigen wir in die harten Themen ein. Wir haben in Oppau und Edigheim eine Parksituation, die bestenfalls noch als chaotisch zu bezeichnen wäre.

Rebecca Wild Eine Ordnungswidrigkeit ist eine Ordnungswidrigkeit. Und das muss konsequent zur Anzeige gebracht werden. Vor allen Dinge wenn evtl. Rettungswege blockiert werden. Sicherheit geht definitiv vor. Da hört der Spaß auch bei mir auf. Hier würde ich mich gegebenenfalls mit dem Bereich Ordnung in Verbindung setzen und entsprechende Maßnahmen einleiten.

Das Hauptproblem ist, dass Viele ihre Garagen und ihre Höfe nicht nutzen. Wir haben uns bei mal vom Ordnungsamt aufzeigen lassen, wie viele Kontrolle in den nördlichen Stadtteilen durchgeführt werden. Wir waren alle sehr überrascht. Das sind gar nicht so wenige. Auch für die Problematik mit dem Hundekot. Es müssen meiner Ansicht nach trotzdem noch mehr Kontrollen durchgeführt werden. Die Kontrollen finden statt. Dennoch haben die Bürger das Gefühl, dass wenige bis keine Kontrollen gemacht werden. Ich weiß natürlich nicht, ob das nur zur Kenntnis genommen wird, oder ob man dann gegebenenfalls Strafzettel schreibt.

Redaktion Die Parksituation und die Verkehrssituation hat direkt etwas mit der BASF und den vielen 1000 zusätzlichen Monteuren zu tun. Hier fordern viele Bürger eine erkennbare Entlastung und Maßnahmen durch die BASF.

Rebecca Wild Die BASF ist eine Macht, die wir hier in den Stadtteilen haben und auch brauchen. Selbstverständlich werde ich da auch Gespräche führen und neue Kontakte knüpfen, die jetzt schon längst bestehen. Man weiß nicht, wie man dann zusammen findet. Aber vielleicht ergeben sich durch die Gespräche neue Möglichkeiten.

Außerdem ist es so. Ein Eigentümer eines Hauses mit Monteuren, stellt den Firmen seine Räumlichkeiten zur Verfügung. Der Monteur bekommt aber auch Besuch. Hier kann man nur das Telefon nehmen, als Nachbar und die Behörden informieren.

Ich bin generell sehr penetrant. Und wenn ich mir etwas vorgenommen habe, dann steht das auch solange bis ich eine für mich zufriedenstellende Lösung gefunden habe. Mit meiner Penetranz habe ich schon Einiges bewegt.

Redaktion Damit sind wir bei dem Thema illegale Vermietung

Rebecca Wild Sehr schlimm. Ist ein großes Sicherheitsproblem. Wenn da 20 Leute in einem Haus drinsitzen, dann muss erst etwas passieren, bevor sich etwas bewegt. Der Vermieter stellt sich dann hin und behauptet, dass das alle Besucher sind. Und von den Betroffenen wird Niemand sagen, dass er hier wohnt.

Redaktion Der Ortsbezirk verkommt immer mehr zu einem Eldorado der Geschäftemacher. Denn da lässt sich hervorragend schnelles Geld machen. Die Bürger haben das Gefühl, dass es kaum noch Ordnung gibt. Was hat sich denn Ihrer Meinung noch verändert?

Rebecca Wild Ich glaube das hat mit dem Personalmangel zu tun. Meine Meinung dazu ist auch die Meinung der CDU. Wir fordern mehr Sicherheitspersonal.

Redaktion jeder Kandidat hat seine Schwerpunktthemen. Wo sind deine Schwerpunktthemen?

Rebecca Wild Kinder, Soziales, Familien, Wohnen, Kindergarten, Schulen sind meine Themen. Allerdings ist es ein kommunalpolitisches Amt. Es ist keine Bundesebene und keine Landesebene. Wenn es die Landesregierung betrifft, wie bspw. Kindergärten und Schulen, dann sind die entsprechenden Verbindungen da Informationen bspw. weiterzugeben. Hier gilt es dann die Vernetzungen zu nutzen und Mißstände weitergeben.

Das Kitagesetz ist bspw. eine Sache die die Landespolitik zu verantworten hat. Und in Mainz ist die CDU in Opposition.

Redaktion Unser haben Frauen kontaktiert, dass sie keinen Kitaplatz finden. Sehr lange Wartezeiten und kaum eine Chance auf einen Platz.

Rebecca Wild Das ist natürlich eine schwierige Sache. Ich würde mich in diesem Fall persönlich einsetzen. Man muss sich in jeder Kita stadtweit anmelden. Vielleicht wurde eine Kita vergessen. Hier muss man nochmal schauen, ob auch wirklich alle Kitas kontaktiert wurden. Oder ob man eine Tagesmutter findet. Oft fehlt da nochmal ein kleiner Baustein.

Redaktion Frauen bekommen von der Stadtverwaltung die Info, dass ältere Kinder Vorrang bekommen

Rebecca Wild Es gibt die Warteliste. Und wenn ich länger draufstehe, dann habe ich naürlich ein gewisses Vorrecht. Das System mit der Meldeliste ist nicht ganz schlecht. Vielleicht hat man in der Nähe auch andere Betreuungsmöglichkeiten. Es ist und bleibt ein Mega-Thema. Ich setze mich aber gerne für einen Einzelfall oder Härtefall ein.

Wir sind in der Landesregierung, wie bereits gesagt, in der Opposition. Ich bin mir sicher, dass die CDU als Regierung, das eleganter gelöst hätte.

Die Herausforderungen müssen leider auf privater Ebene lösen. Und das ist eigentlich traurig.

Auf der einen Seite will man, dass ich viele Kinder bekomme, aber auf der anderen Seite fehlt es an der entsprechenden Unterstützung. Ich muss ja trotzdem arbeiten gehen, denn man will ja seinem Kind etwas bieten. Und ein Kind ist teuer. Bis zum 18. Lebensjahr spricht man von einen Einfamilienhaus.

Redaktion Wechseln wir zum Thema Ärztehaus. Demnächst haben wir hier ein Problem, dass im Grunde zeitnah gelöst werden müsste

Rebecca Wild Natürlich – Der demografische Wandel schreitet immer mehr voran. Wir bräuchten dringend ein Ärztehaus. Ich bin absolut dafür. Das ist ja bekannt. Ist ja in Oppau erstmal vom Tisch, weil sich da Anwohner beschwert haben (Standort: Horst-Schorkstrasse – die Red.)

Wir sind nach wie vor auf der Suche. Ich finde der Platz in Oppau wäre ideal gewesen. Ich kann verstehen, dass Menschen sagen, sie möchten das nicht in ihrer unmittelbarer Nachbarschaft. Aber irgendwo muss es hin.

Es ist das alte Problem. Jeder will mit Bus und Bahn überall hinkommen. Nur bitte lass den Bus oder die Bahn nicht durch meine Straße fahren. Es ist alles legitim. Dennoch müssen wir das realistisch sehen. Für die CDU ganz klar, wir wollen ein Ärztehaus. Wir sind nach wie vor dran einen passenden Standort zu finden.

Vielleicht finden wir noch eine bessere Stelle … Das steht bei uns ganz oben auf der Liste.

Selbst für junge Leute, die heute ein sehr enges Zeitmanagement haben, ist es ebenfalls sehr wichtig, Ärzte in der Nähe zu haben. Ich habe einen Haushalt, eine Familie, ein kleines Kind, ich muss kochen, ich muss arbeiten gehen und ich will Ortsvorsteherin werden. Ich muss das genauso handhaben können. Ich kann mich ins Auto setzen und ins LUSANUM fahren. Aber ich will bei mir im Stadtteil ein Ärztehaus haben, wo ich muss aufgehoben und betreut fühle.

Redaktion Das Thema Wohnraum ist auch ein enorm wichtiges Thema, zumal hier im Ortsbezirk bedingt durch Geschäftemacherei viel bezahlbarer Wohnraum für Familien und Singles verloren geht

Rebecca Wild Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum für Jung und Alt. Wir brauchen seniorengerechtes Wohnen. Da wird gerade im Zinkig etwas aufgestockt. Das ist mit Sicherheit eine interessante Entwicklung. Wir müssen an der Stelle weiter optimieren.

Redaktion Abschließend stellen sich Viele die Frage, wie Sie das Amt ausführen wollen. Sue haben ein Kind, einen Beruf. Wir bekommen Sie das alles unter einen Hut? Konkret müssen Sie Ihren derzeitigen Job kündigen?

Rebecca Wild Ich muss meinen Job kündigen. Das hat etwas damit zu tun, dass ich bei einer städtischen Tochtergesellschaft arbeite (LUKOM – die Red.). Da gibt es wohl irgendwelche Konflikte. Ich darf kein Ortsvorsteheramt ausüben, wenn ich bei einer städtischen Tochter beschäftigt bin. Überall dürfte ich weiterarbeiten – nur in einer städtischen Tochtergesellschaft nicht.

Redaktion jeder hat seine Kosten, wie Miete, Lebenshaltungskosten – Das müssen Sie weiter decken

Rebecca Wild Ich muss mir dann einen anderen Job suchen. Ich muss weiterarbeiten und in die Rente einzahlen. Ohne das wäre das Amt für mich nicht durchführbar. Ich muss mir auf jeden Fall einen Job suchen.

Ich bin mir sehr sicher, dass ich das alles schaffen werde. Ich werde, genauso wie jetzt auch, nicht Vollzeit arbeiten gehen. Es gibt einige Möglichkeiten das zu schaffen. Es muss finanziell passen. Aber von Nichts kommt nichts.

Redaktion Wir bedanken uns für das Gespräch

Rebecca Wild Danke