PFINGSTWEIDE – Am Samstag feierten Bürger und Politiker ihren Stadtteil. Entstanden ist die Pfingstweide aus der Wohnungsnot heraus. Immer mal wieder als Trabantenstadt bezeichnet, hat sich der jüngste Stadtteil Ludwigshafens zu einem eigenständigen und lebendigen Stadtteil entwickelt.

Es war von Anfang an, 1966, nicht geplant eine Neubausiedlung aufzubauen. Vielmehr hatte man von Beginn an die Entwicklung eines eigenen Stadtteils im Blick. Am Samstag wurde im Gemeinschaftshaus der 50-jährigen Geschichte des Stadtteils gedacht und gefeiert. Der Andrang war groß, so dass zusätzliche Stühle aufgestellt werden mussten.

Ortsvorsteher Frank Meier hat die Entwicklung und den Aufbau politisch viele Jahre begleitet.

Wir haben Ortsvorsteher Frank Meier zur Pfingstweide gefragt. Er ist derjenige, der immer wieder betont, dass er Ortsvorsteher für alle drei Stadtteile ist und dass er jeden Stadtteil gleich behandelt.

Frank Meier: Die Pfingstweide ist der jüngste Stadtteil von Ludwigshafen. Wir feiern heute das 50-Jährige bestehen. Die Wohnungsnot war der Grund warum die Pfingstweide entstanden ist.Ich froh dass wir einen aktiven Stadtteil haben. Viele werden die Menschen in der Pfingstweide noch beneiden. Denn ihr Stadtteil hat keinen Durchgangsverkehr. Wer in die Pfingsweide will, der fährt dahin. Und das wird noch viele Neider geben. Im meinen Augen ist das der am meisten unterschätze Stadtteil Ludwigshafens ist. Fast alles ist fußläufig zu erreichen. Es gibt sehr schöne Wohnungen. Ich habe das Vergnügen bei meinen Jubilarehrungen immer wieder mit Menschen zu sprechen. Die sagen Alle, dass sie es nie bereute haben, hier in die Pfingstweide gezogen zu sein. Sie leben gerne hier. Sie können sich nicht vorstellen woanders zu leben. Und ich denke, dass ist das größte Lob was man seinem Stadtteil geben kann.

Einer der die Entwicklung maßgeblich mitgeprägt hatte, ist der ehemalige Ortsvorsteher Udo Scheuermann. Er sorgte für die Bildpräsentation in der sich die Anwesenden nochmals einen Überblick über die Entwicklung verschaffen konnten.

Der frühere Ortsvorsteher Udo Scheuermann
Der frühere Ortsvorsteher Udo Scheuermann

Udo Scheuermann: Wir feiern heute 50 Jahre Pfingstweide. Das ist für diesen Stadtteil wichtig. Der Stadtteil hat für die Stadt nach wie vor eine wichtige Funktion. Wir haben damals aus großer Wohnungsnot heraus, diesen Stadtteil hier angesiedelt. Aus allen Stadtteilen kamen die Menschen hier zu uns. Wir haben dann versucht die Leute alle vernünftig unter zu bringen. Dazu mussten wir die Infrastruktur vorbereiten und aufbauen. ich selbst war viele Jahre Vorsizender des kommunalpolitischen Arbeitskreises. Unsere Aufgabe war es dafür zu sorgen, dass die Menschen, die Kirchen und die Vereine hier ihren Platz finden. War haben dann nach und nach Alles entwickelt. Wir haben das Einkaufszentrum gebaut. Die arrondierende Bebauung mit den Einfamilienhäusern. Im Laufe der Jahren haben wir immer wieder erneuert und modernisiert. Dann haben wir die Aktion gestartet “Unser Stadtteil soll schöner werden”. Das war eine interessante und eine anstrengende Arbeit. Wir haben damals den Stadtteil auf Vordermann gebracht, so dass wir heute sagen können, dass die Menschen sich hier wohl fühlen. Es ist ein Stadtteil für Jung und Alt. Wir haben hier keine Durchgangsverkehre. Wir haben die Jugendfarm. Wir haben viele Einrichtungen von den Vereinen. Wir haben eine sehr gute Anbindung an die ÖPNV.

Rückblickend darf ich sagen, dass alle die daran beteiligt waren, stolz sein können auf das was wir gemeinsam erreicht haben. Und wir präsentieren nach 50 Jahren ein Stadtteil der sich sehen lassen kann.

OB Jutta Steinruck
OB Jutta Steinruck

Jutta Steinruck sagte zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Dann schloss sie sich der Liebeserklärung, die der Ortsvorsteher in seiner Rede machte an. “Die Menschen sagen, dass die Pfingstweide ein lebens- und liebenswerter Ort”. Manche reden über Stadtteile oder Städte und waren nie da. Andere wissen nicht, dass es mehr als Beton und Straßen gibt. Das Ziel damals war, dass die Stadt gemeinsam mit der BASF und den Wohnungsbaugesellschaften dem Wohnungsmangel entgegenwirken musste.

Weitere Redner waren der GAG Vorstand Wolfgang van Vlieth. Von der BASF Wohnen und Bauen Johanna Coleman.

Die Festansprache hielt Dr. Klaus Jürgen Becker vom Stadtarchiv Ludwigshafen.

Das Orchester des WHG

Für die musikalische Umrahmung sorgte das Orchester des Wilhelm von Humboldt Gymnasium. Wie immer musikalisch sehr gut präsentiert.

Am Ende präsentierte der Judosportverein Pfingstweide in einer kleinen Vorführung was man im Verein alles lernen kann. Leider haben viele die Vorführung nicht verfolgen können, da diese auf der Bühne etwas abseits des Publikums stattfand. Gezeigt wurden Falltechniken und Abwehrszenarios auf hohem Niveau. Der JSV ist einer der aktivsten Vereine der Pfingstweide und sucht wie alle Vereine neue Mitglieder. Wer sich dafür interessiert geht auf http://www.jsv-ludwigshafen.de